Ist es ein Weltsport, ein abgekartetes Spiel, ein Beitrag zur
Völkerverständigung, ein Abverkauf kommerzieller Fanartikel oder
einfach globale Vereinsmeierei ? Daniel Cohn-Bendit diskutiert diese
Woche mit seinen Gästen über Freud und Leid des Fußballsports - über
den Spaß am Spiel wie auch über Rassismus und Ausschreitungen
gewaltbereiter Fans.
Deutschland im Jahr der WM - Fußball hat Konjunktur, ob im Stadion, im Volkspark oder in den Kaufhausregalen. Die Fußballliteratur floriert, die Bahn übt sich in Tourismusorientiertheit und begrüßt ihre Gäste neuerdings auf Englisch, das Fifa-Maskottchen erobert T-Shirts, Getränkedosen und Badezusatz - kurz, Deutschland bemüht sich, der Fußballbegeisterung ein neues Zuhause zu geben.
Die Deutschen spalten sich in zwei Lager, die einen sind (schon)
Fans, die anderen sind es (noch) nicht. Für die einen ist Fußball ein
Spiel, für die anderen Lebensinhalt. Die wahren Fans leben für ihren
Sport, und sie geben viel für den kollektiv erlebten Fußballzauber. Sie
scheuen keine Mühen, schrecken vor keinen Unannehmlichkeiten zurück und
lassen oftmals viel Geld in den Stadien, den Vereinen, den
Merchandisingartikeln. Selbst eingestandene Anhänger geben mittlerweile
zu: Fußball ist auch Kommerz. Dabei sein ist alles - und das kann
kosten.
|
|
| Klicken Sie auf ein Bild, um die Fotostrecke zu starten |
Gleichzeitig ist die Fußballwelt auch Spiegelbild gesellschaftlicher Verhältnisse. Das Stadion wird zum Austragungsort gesellschaftlicher Brutalität. Chauvinismus und Rassismus machen auch vor Fankurven und Spielfeld nicht Halt. Übergriffe auf andere Fans und auch auf Spieler sind keine Seltenheit mehr. Die Vereine reagieren immer öfter auf die Gewalt in den Stadien - müssen aber auch zunehmend ihre Hilflosigkeit eingestehen.
Daniel Cohn-Bendit diskutiert diese Woche über die Chancen und die Herausforderungen der WM, über die Freude am Spiel wie auch über gewaltbereite Fans und Ausschreitungen im Stadion.
Mit Daniel Cohn-Bendit diskutieren: