Die Zeitungen titeln es, das Fernsehen ist davon überzeugt, die Politiker machen sich Sorgen - es muss stimmen. Den deutschen Familien geht es schlecht. Daniel Cohn-Bendit spricht mit seinen Gästen über das Klischee der zeugungsunwilligen Akademikerin, über Kinder in Patchworkfamilien und anderen Lebensgemeinschaften jenseits des traditionellen Familienbilds.
Nichts ist mehr wie früher: unsere Gesellschaften stehen im Zeichen von Wandel und Modernisierung. Ein neues Zeitalter ist angebrochen, wir sind dynamisch, flexibel und vor allem mobil. Diese neuen Tugenden haben allerdings ihren Preis. Die Demographen dieses Landes bestätigen, was wir schon lange geahnt haben - mit unserer schönen, deutschen Familie geht es bergab. Ein Mann, eine Frau, ein Kind ? Diese Gleichung gilt nicht mehr.
Die fruchtbaren Zeiten des Babybooms gehören der Vergangenheit an. Die Durchschnittsakademikerin befindet sich heute in einer komplexen Phase zwischen Selbstfindung und Jobsuche, weshalb sie keine Zeit hat, sich auch noch um die Bestandswahrung der deutschen Nation zu sorgen. Die bestehenden Familien zerfallen zunehmend in allein erziehende Mütter und Vater oder Patchworkhaushalte. Und die altehrwürdige Institution der Familie ist einer subversiven Unterwanderung preisgegeben - von zeugungsunlustigen Emanzen, die statt an Kinder an Karriere denken; von Männern und Frauen, die gleichgeschlechtlich lieben und leben; von dem Staat, der mit Mutterschutz, Vatergeld und Kinderbetreuung geizt.
Die Reproduktion stockt nicht nur in Deutschland. Die wirtschaftlichen Folgen eines Geburtenrückganges sind verheerend, und nahezu alle Industrienationen sind davon betroffen. Dennoch scheint es, als seien viele der hiesigen Probleme hausgemacht. Insbesondere die Französinnen und die Skandinavierinnen zeigen den deutschen Frauen, dass es auch anders geht. Wo der Staat seinen Anteil an der Kinderbetreuung hat, wird der Nachwuchs nicht als Stolperstein für die Karriere empfunden, sondern als ungeheure Bereicherung jenseits des Berufs.
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Daniel Cohn-Bendit wird mit seinen Gästen über Möglichkeiten und Grenzen von Bevölkerungs- und Familienpolitik diskutieren. Er hat dazu eingeladen: