Wie beurteilen Sie die bisherige Arbeit des österreichischen EU-Vorsitzes?
Der österreichische EU-Vorsitz ist Ausdruck eines ratlosen Rates, der zerstritten ist. Was ich nur feststelle, ist, dass die österreichische Präsidentschaft mehr moderierend als Initiativen ergreifend handelt.
Sie sind jetzt in Wien bei einem Grünen-Kongress. Empfehlen Sie ihren Parteifreunden in Österreich einen proeuropäischen Wahlkampf?
Die österreichischen Grünen sind Teil einer proeuropäischen Partei, die sagt, wir brauchen Europa und müssen Europa verändern. Wir müssen die europäische Integration vorantragen. Ich würde raten, diese Position ohne opportunistische Schwankungen zu vertreten.
Beinhaltet das ein Ja zum EU-Beitritt der Türkei?
Man kann für die EU sein, ohne für den EU-Beitritt der Türkei zu sein. Die Frage wird erst in zehn bis 15 Jahren entschieden werden. Mein Freund Johannes Voggenhuber wird seine Position vertreten, ich habe eine andere. Dabei ist man nicht mehr oder weniger proeuropäisch.
Warum sind Sie für einen EU-Beitritt der Türkei?
Wenn die Türkei die Entwicklung zu einem säkularen Staat mit mehrheitlich muslimischer Bevölkerung schafft, ist das ein Beispiel, Islam und Demokratie sind kein Widerspruch. Ob das klappt, weiß ich nicht. Wir sollten diejenigen, die für diesen Weg sind, unterstützen.
Sollen Österreichs Grüne eine Koalitionsaussage im Wahlkampf machen?
Ich würde das nicht machen. Die Grünen müssen nach der Wahl aufgrund der Inhalte sagen, wie können wir am besten Österreich helfen.
Wäre für Sie Schwarz-Grün möglich?