Uns geht es gut, Herr Cohn-Bendit?Der PflasterStrand-Gründer und heutige EU-Parlamentarier Daniel Cohn-Bendit nimmt alle 14 Tage in unserem Heft zur Lage der Nation im Allgemeinen und zur Lage der Stadt Frankfurt im Speziellen Stellung. Spontan am Telefon und nicht ohne ein Augenzwinkern, natürlich ...
1. Es weihnachtet sehr – wo verbringen Sie als Nichtgläubiger das Heilige Fest?
Daheim in Frankfurt – mit der Familie. Mittags geht’s ins Kino, abends wird schön gegessen und danach eine DVD-Party gefeiert.
2. Aber die Deutschen glauben doch wieder – glaubt man zumindest einer aktuellen Umfrage, in der 70 Prozent sich als gottesfürchtig beschreiben …
C’est la vie. Menschen, die glauben, soll man den Glauben lassen. Nur sollten sie dann bitte auch gottesfürchtig leben.
3. Wir müssen noch etwas bei Gott bleiben – zum Thema Religion schafft es sogar Ihre Ex-Grünen-Kollegin Jutta Ditfurth wieder ins Fernsehen und propagiert die bessere Welt ohne Kommerz.
Passt ja irgendwie, schließlich hat sie gerade ein Buch über eine andere – in ihren Augen – Gottheit geschrieben, nämlich Ulrike Meinhof.
4. Auf zu Höherem – die EU gibt beim CO2 so richtig Gas und bremst so die guten deutschen Autobauer aus.
Das zwingt die deutschen Autobauer endlich, leichtere und weniger Benzin schluckende Autos zu entwickeln. Recht so!
5. Aber die Franzosen und Italiener sind doch klar bevorteilt, da sie leichtere Autos bauen?
Niemand hat die Deutschen gezwungen, so schwere und große Autos zu bauen! Jetzt können sie durch einen Quantensprung an Innovation und Technik die ausländische Konkurrenz in die Schranken weisen, indem sie das 1- oder 3-Liter-Auto bauen. Auf geht’s!
6. Wussten Sie eigentlich, dass EU-Präsident Barroso einen Touareg fährt?
Das wundert mich gar nicht – bei Barroso stimmt ja einiges nicht.
7. Zu einem anderen tollen Präsidenten. Sarkozy hat’s eher mit den schönen Dingen, jetzt wohl mit der Millionenerbin und Sängerin Carla Bruni. Schon getroffen?
Nee, aber ich war gerade in Paris und habe mitbekommen, dass Sarkozy alle ehemaligen Liebhaber der Bruni zu Gansessen eingeladen haben soll.
8. Harte Politik – was rät der grüne Flughafenbefürworter Dany seinem schwarzen Bruder im Geiste, Koch, wie der aus der Lügenmisere rauskommt?
Der kommt da gar nicht mehr raus. Und die Wähler geben ihm im Januar hoffentlich die Quittung.
9. Die Stadt Frankfurt wird voraussichtlich gegen die im Planfeststellungsbeschluss zum Flughafenausbau vorgesehenen 17 Ausnahmen vom Nachtflugverbot klagen. Petra Roth prüft, ob sie Einspruch gegen den mehrheitlich gefassten Klagebeschluss einlegen soll. Was ist denn das für ein Irrsinn?
Frau Roth sollte sich von der Vorstellung, sie sei CDU-Parteisoldat, emanzipieren. Sie ist OB einer großen Stadt, und es ist richtig, dass diese den Mehrheitsbeschluss, also die Klage gegen die Ausnahmen, durchzieht.
10. Ein herber Verlust? Freistoß-Gigant Albert Streit wechselt vorzeitig zu Schalke. Und soll Funkels Vertrag als Trainer im Januar wirklich verlängert werden?
Funkel ist okay und der Vertrag sollte auf jeden Fall verlängert werden. Streits Abgang reißt ein riesiges Loch in das Mittelfeld der Eintracht – das zu stopfen wird die große Aufgabe nach der Winterpause.
Die Fragen stellte Boris Tomic