Als die kritische Grenze der 270 Wahlmänner überschritten wurde und der neue Präsident heute Morgen seine erste Rede hielt brach allerorts freudenvolle Erleichterung auf.
Es gibt Momente in der Geschichte, in denen die Sonne aufgeht und einem den Eindruck vermittelt, dass die Welt viel schöner ist. Das war heute Morgen jedenfalls mein Gefühl, als ich in Tel Aviv erwachte.
Natürlich weiß jetzt noch niemand, was Obama tun und was er nicht tun wird. Dass Amerika jedoch den Mumm hatte, John Waynes Welt auf immer zu begraben - so hoffe ich zumindest - tut sehr gut!
Das unilaterale, weiße und siegessichere Amerika wurde in seinem tiefsten Inneren von einer multikulturellen Koalition erschüttert.
Heute Nacht haben all diejenigen, die unter der unsinnigen Arroganz Amerikas gelitten haben, ihre Stimme wiedererhalten. Die heutige Nacht hat uns einen Schritt näher an eine offene, universelle, humanistische und empathische Gesellschaft, die Obama verkörpert, geführt.
Was für eine Freude in einer Welt, die uns in letzter Zeit kaum Geschenke beschert hat!
Zum (nochmal) Lesen hier der Link zur Rede "Der Rassenfrage in Amerika", die Obama am 18. März in Philadelphia gehalten hat:
Daniel Cohn-Bendit
Tel-Aviv, am 5. November 2008